Viele gute Taten in Musterstadt
Mr. Konni`s Abschied in Indien
Konrad Kuiter, der nach seinem Schulabschluss für ein halbes Jahr in Zentralindien im Staat Maharashtra in einer Schule mit 500 Schülern lebte, musste nun schweren Herzens Abschied nehmen. Heinz Bischoff, sowie Ansgar und Maria Kuiter waren angereist, um ihn zurück nach Thuine zu begleiten.
„Mr. Konni", wie ihn Schüler und Lehrer nannten, verbrachte die für ihn spannendste Zeit seines Lebens in der Schulanlage „Panchsheel Home". Hier werden mehr als 500 Kinder vom ersten bis zum zwölften Jahrgang unterrichtet. Der Leiter dieser Schule, Mr. Bajirao Gawai, erklärte seinen Besuchern aus dem Emsland, dass man die ärmsten Kinder aus der Region aufnimmt, um ihnen durch Bildung eine sichere Zukunft zu garantieren. Dieses Schulprojekt wurde vor ca. 25 Jahren mitinitiiert von Dr. Stefan und Dr. Claudia Gemen aus Freren. Beide arbeiteten seinerzeit in Indien und begegneten Mr. Bajirao, der dem Paar aus Deutschland damals seine Vision von einer besseren Zukunft für Kinder erzählte. Bei ihrer Vermählung verzichtete das Ehepaar Gemen auf Geschenke und konnte mit dem gesammelten Geld die Basis für die Schule schaffen. In all den vergangenen Jahren haben sie „Panchsheel Home" unterstützt, wo es nur möglich war. Nach dem tragischen Tod ihres Sohnes Felix entschieden sie sich statt zugedachter Blumen- oder Geldgeschenke erneut für das Schulprojekt zu sammeln. Von diesem Betrag konnte nun ganz in der Nähe der Schule ein Kindergarten eingerichtet werden, der den Namen „Felix Convent" trägt. Mr. Konni war teilweise auch in diesem Kindergarten, in dem die Kleinen von Anfang an Englisch lernen, tätig.
Ein Teilbetrag der Spenden von der Familie Gemen und Spenden von der Jubiläumsfeier der Firma Kuiter wurden dafür verwendet, eine Halle zu bauen, in der die Kinder der Schule ihre persönlichen Dinge in abschließbaren Boxen unterbringen können. Dieses Gebäude trägt den Namen Felix House. Ansgar und Konrad Kuiter, die am 3. Februar beide Geburtstag hatten, wurde die Ehre zuteil gemeinsam mit Heinz Bischoff und Maria Kuiter dieses Gebäude an dem Tag feierlich zu eröffnen. In das Gebäude ist eine Wandtafel eingelassen, auf der dieses Ereignis festgehalten wurde. Für die Geburtstagskinder aus Thuine wurde ein Fest ausgerichtet und es gab ein besonderes Essen für alle Kinder und Lehrer. Gewöhnlich essen die Kinder einfaches, vegetarisches Essen, oftmals Dal ein Linsengericht. Es zählte zu Konrad`s Aufgaben das Essen täglich an die Kinder zu verteilen, ausserdem unterrichtete er Englisch und betreute die Kinder in ihrer Freizeit. Beeindruckt zeigten sich Konrad und seine Familienmitglieder von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Inder. Man besuchte verschiedene Einrichtungen und Kulturdenkmäler, vielerorts war „Mr.Konni" schon bekannt. So wurde er mit seiner Begleitung vom Sozialminister des Staates zu einem Tee eingeladen.
Rührende Abschiedsszenen in der Schule machten es nicht leicht, sich wieder auf den Weg in das Emsland zu machen. Nach einer mehr als 50 Stunden dauernden Rückreise war der erste Eindruck von Thuine: kalt.



